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SCHULCHRONIK 2004/2


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ŠOLSKA KRONIKA - ZBORNIK ZA ZGODOVINO ŠOLSTVA IN VZGOJE UDK/UDC 37 (091)
GLASILO SLOVENSKEGA ŠOLSKEGA MUZEJA, LJUBLJANA ISSN 1318 - 6728

SCHOOL CHRONICLE - MISCELLANY FOR THE HISTORY OF SCHOOLING AND EDUCATION - BULLETIN OF THE SLOVENIAN SCHOOL MUSEUM, LJUBLJANA

 Editorial Board: Marjetka Balkovec Debevec, dr. Teodor Domej (Austria), dr. Darko Friš, Ksenija Guzej, Tatjana Hojan (Proofreading), dr. Zdenko Medveš, mag. Stane Okoliš (Editor-in-Charge), Slavica Pavlič, dr. Mojca Peček Čuk, dr. Leopoldina Plut Pregelj (USA), Mateja Ribarič, mag. Branko Šuštar ( Responsible person of the publisher), mag. Mladen Tancer, dr. Andrej Vovko.

The articles have been reviewed by the Editorial Board. The authors are solely responsible for the content of their articles. No part of this publication may be reproduced without the publisher’s prior consent and a full mention of the source.

© Slovenski šolski muzej / Slovenian School Museum, Ljubljana

The editing of this issue was completed on 15 November 2004.

Translation: Veronika Pušnik (English),
Marinka Krenker (German)
Language-editing: Murray Bales (English)
Typesetting: Maja Košćak
UDC: Martin Grum

Editorial and administrative office: Slovenski šolski muzej, Plečnikov trg 1, SI-1000 Ljubljana, Slovenija;
Phone, Fax: ++386 01 25 13 024

e-mail: solski.muzej@guest.arnes.si
www.ssolski-muzej.si

Bank account: 01100-6030720893

Co-financed by: The Ministry of Education, Science and Sport of the Republic of Slovenia
Publisher: Slovenian School Museum
 Cover design: Sloway

Design and computer typesetting: Uroš Čuden, Medit d.o.o.
Printed by: Littera picta d.o.o., Ljubljana, 2004
 Number of copies: 800 izvodov

 

Šolska kronika - zbornik za zgodovino šolstva in vzgoje je od letnika 11 / XXXV, št. 1 / 2002 indeksirana pri INIST - CNRS (Institut de l'Information Scientifique et Technique du Centre National de la Recherche Scientifique), Francija.


ŠOLSKA KRONIKA
ZBORNIK ZA ZGODOVINO ŠOLSTVA IN VZGOJE
Glasilo Slovenskega šolskega muzeja, Ljubljana

Leto 2004 - številka 2
Letnik 13 - XXXVII
School Chronicle The Miscellany for the History of Schooling and Education.
Bulletin of the Slovenian School Museum. Ljubljana. Slovenia.

 

INHALT

ARTIKEL UND DISKUSSIONEN

Stanislav Južnič: Jurij Vega als Lehrer und Schüler

Monika Govekar-Okoliš: Die Bedeutung der slowenischen Schul- und Lehrbücher bei der
Gestaltung der nationalen Identität der Slowenen in der zweiten Hälfte
des 19. Jahrhunderts

Matej Hriberšek: Die ersten slowenischen Sach- und Lehrbücher für klassische Sprachen (1864-1886)

Tatjana Hojan: Das Lehrerheim in Rogaška Slatina

Diskussion über das Flüchtlingsschulwesen in der slowenischen Geschichte
Einleitung zum Gespräch über das Flüchtlingsschulwesen in der
slowenischen Geschichte, Slowenisches Schulmuseum, 23.10.2003

Petra Svoljšak: Das slowenische Flüchtlingsschulwesen während des ersten Weltkriegs

Gvido Stres: Slowenisches Flüchtlingsschulwesen auf österreichischem Gebiet
während des ersten Weltkriegs

Kajetan Gantar:Einige Erinnerungen an das Flüchtlingsgymnasium in Lienz und Peggez

Jaka Okorn: Meine Erinnerungen an die frühesten Schuljahre als Flüchtling während
und nach dem Krieg

Rozina Švent: Slowenische Lehrbücher in den österreichischen Flüchtlingslagern (1945-1948)

Gorazd Bajc: Die Erneuerung der slowenischen Schulen in Triest nach dem
zweiten Weltkrieg und die politische Emmigration aus Slowenien

 

ERINNERUNG AN DIE SCHULE

Franc Kukovica: Austria Erinnerungen an meine 35-jährige Tätigkeit als Lehrer und an das Geschehen im zweisprachigen Schulwesen im österreichischen Kärnten

Judita Vodopivec: Erinnerungen an das Schulwesen in Ledina

JUBILÄEN

Mladen Tancer: Prof. Franček Lasbaher - eifriger Erforscher des Kärntner Schulwesens

Ivan Nemanič: Zum 150. Jahrestag des Lehrers Jurij Režek (1845-1942)

IN MEMORIAM

Nada Lindič (1922-2004) ...369-370


AUS DER TÄTIGKEIT DES MUSEUMS

Marjetka Balkovec - Debevec: Herbstgespräche anlässlich der Jubiläen im Slowenischen Schulmuseum

Mateja Ribarič: Ausstellung zum Flüchtlingsschulwesen im 20. Jahrhundert - von und bei uns

Marjetka Balkovec - Debevec: Gastierende Ausstellung des Museums für neuere Geschichte Celje “Ein gutes Spielzeug” im Slowenischen Schulmuseum, 25. Mai 2004 - 3. November 2004

Bronica Gologranc Zakonjšek: Kennen Sie ein gutes Spielzeug?

Marjetka Balkovec - Debevec: Zur Vorstellung der Belokranjer Volkserzählungen - Geschichten kann man nicht aus dem Ärmel schütteln, Slowenisches Schulmuseum, 19. April 2004

 

BERICHTE UND REZENSIONEN

Stanko Šimenc: Med politiko in stroko (Tatjana Hojan) ...389-390
Zdenka Golub, Metka Gumilar, Alenka Kutnjak: Skupaj odkrivamo zimske radosti:
zimska šola v naravi (Tjaša Obal) ...390-391
Anali za povjest odgoja, Vol. 2, Školstvo u XX. Stolječu
(Marjetka Balkovec Debevec) ...391-392
Kastelic, A. Mikulan, M.: Mladostnik in droga: priročnik za starše in učitelje
(Tjaša Obal) ...392-394
Marija Barbara Soko, Rafael Krvina: 110 let šolstva na Vrhu Sv. Treh Kraljev
(Marjetka Balkovec Debevec) ...394-396
Letopis Ljubljanskega kolegija Družbe Jezusove (1596-1691):
Historia annua Collegii Societatis Iesu Labacensis (Stane Okoliš) ...396-397

 Anleitungen für Autoren...398

Mitarbeiter...399-400


UDK 37(091):929 Vega J.
1.01 Izvirni znanstveni članek
Prejeto: 7. 06. 2004

Stanislav Južnič

Zusammenfassung
Jurij Vega als Lehrer und Schüler

Stanislav Južnič

Der Gründer des Jesuitenordens, hl. Ignatius, setzte sich als ehemaliger Soldat für einen erfolgreichen Unterricht der Militärwissenschaften an den Jesuitenkollegien ein. Vega erwarb sich die militärwissenschaftlichen und anderen Kenntnisse nur in Ljubljana, da er sein Studium später nicht fortsetzte. Die Vermutung, Vega sei Autodidakt, wurde als unbegründet zurückgewiesen. Gerade zu seinen Zeiten nämlich verfügten die Ljublanaer Schulen über Fachleute höchster Qualität, die in der Lage waren, umfangreiches Wissen der Militär- und Mathematikwissenschaften entsprechend zu vermitteln. Von den Professoren, die Vega unterrichteten, hebt sich der Rektor Rieger, einer der bedeutendsten Autoren der Militärlehrbücher seiner Zeit, deutlich ab. Bei der Erforschung der pädagogischen Arbeit Riegers wurde sein großer Einfluss auf die Schüler festgestellt, seine Tätigkeit jedoch wurde durch den Verbot des Jesuitenordens unterbrochen. Obwohl Vegas Kontakte mit Rieger verhältnismäßig kurzdauernd waren, gewann er in Ljubljana einen gründlichen Einblick in die Geheimnisse der Militärwissenschaften zusammen mit den Neuigkeiten, die nach dem siebzigjährigen Krieg aufkamen. Es war auch Rieger, der den Mathematikprofessor Maffei nach Ljubljana brachte. Dieser war Vegas Stiefvater und half ihm beim Bekämpfen seiner finanziellen Schwierigkeiten. Später nahm er die ersten Entwicklungsschritte Vegas unter den Wiener Artilleristen in Schutz. Zum Dank dafür widmete ihm Vega im Jahre 1800 die zweite Herausgabe seines Logarithmen-Trigonometrie Handbuches.

UDK 371.67:94(497.4)”18”
1.01 Izvirni znanstveni članek
Prejeto: 28. 06. 2004

Monika Govekar Okoliš*

Zusammenfassung

Die Bedeutung der slowenischen Schul- und Lehrbücher bei der Gestaltung der nationalen Identität der Slowenen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts

Monika Govekar Okoliš

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts spielten die slowenischen Schul- und Lehrbücher als Lehrmittel an den Schulen eine bedeutende Rolle bei der Entwicklung der nationalen Identität der Slowenen. Da das slowenische Schulwesen in den obenerwähnten Jahren unter starkem Einfluss der österreichischen Schulpolitik stand, war sowohl die Lehrsprache als auch die offizielle Sprache Deutsch und nicht Slowenisch und sämtliche Schul- und Lehrbücher waren Deutsch. Für die Entwicklung und Gestaltung des slowenischen Nationalbewusstseins und der nationalen Identität der Slowenen und für die Einführung slowenischer Lehrbücher waren große Anstrengungen, Bemühungen und Forderungen unserer Pädagogen, Lehrer, Professoren, Geistlichen und anderer notwendig. Diese waren sich bewusst, dass gerade die Verbreitung einheitlicher Schul- und Lehrbücher in sämtlichen slowenischen Ländern die erste und wichtigste Aufgabe für die Erhaltung und Entwicklung der slowenischen Sprache, für die Verbreitung des Schrifttums und der Kultur ist. Da die strenge österreichische Politik gegen die Herausgabe slowenischer Schulbücher opponierte, gab es nach 1848 dabei etliche Schwierigkeiten. Die Gestaltung der slowenischen Grundschullehrbücher schien im Vergleich zu denen für Mittelschulen (Gymnasien, Real- und Fachschulen und Lehrerbildungsanstalten) weniger problematisch, dafür nahm die Gestaltung der Mittelschullehrbücher mehr Zeit in Anspruch. Erst in den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts erschienen die ersten slowenischen Lehrbücher für Mittelschulen, die von der österreichischen Schulbehörde offiziell bestätigt wurden, zunächst Lehrbücher und Bücher für den Slowenischunterricht, danach Lehrbücher für naturwissenschaftliche und zuletzt gesellschaftswissenschaftliche Fächer. Die ersten herausgegebenen slowenischen Lehrbücher und Bücher waren für den Slowenischunterricht bestimmt, es folgten Lehrbücher für den naturwissenschaftlichen und am Ende für den geisteswissenschaftlichen Unterricht. Erst der Gebrauch slowenischer Lehrbücher ermöglichte den nationalbewussten slowenischen Lehrern, slowenische Lehrinhalte mit slowenischer National- und Heimatthematik zu unterrichteten, um dadurch die slowenische nationale Identität und das slowenischen Nationalbewusstsein zu gestalten. Demzufolge spielten die slowenischen Schul- und Lehrbücher an den Schulen damals eine bedeutende Rolle bei der Gestaltung der nationalen Identität der Slowenen, nur wenn sie die slowenischen Lehrer auch tatsächlich mit dieser Absicht verwendeten. Damit verbunden aber waren auch die Wünsche nach einer allmählichen Durchsetzung der slowenischen Sprache als Lehrsprache und offizielle Sprache in Slowenien.

UDK 811.12+811.14:371.67(497.4)”1864/1886”
1.01 Izvirni znanstveni članek
Prejeto: 13. 09. 2004

Matej Hriberšek*


Zusammenfassung
Die ersten slowenischen Sach- und Lehrbücher für klassische Sprachen (1864-1886)

Matej Hriberšek


obald es möglich war, begannen die slowenischen Pädagogen trotz finanzieller Schwierigkeiten und Personalmangels den Kampf für die Durschsetzung der slowenischen Lehrsprache in den niedrigen Gymnasialklassen. Unter ihnen gab es etliche Professoren klassischer Sprachen, was mit Hinsicht auf eine erhebliche Anzahl der Unterrichtsstunden, die den beiden klassichen Sprachen beigemessen wurden, nicht überraschend war. Das erste slowenische Sachbuch für den Unterricht der klassischen Sprachen, Die Lateingrammatik für die slowenische Jugend, geschrieben vom Franziskaner Ladislav Horvat, der als Professor am Gymnasium in Novo Mesto tätig war, brachte eine eine aktivere Tätigkeit auf diesem Gebiet in Gang. Bald darauf folgte eine Serie der Lehrbücher, die in den niedrigen Klassen des klassischen Gymnasiums den Lateinunterricht auf Slowenisch ermöglichten, wodurch den slowenischen Professoren und Schülern ihre Arbeit wesentlich erleichtert wurde. In 12 Jahren (1874-1886) erschienen neun Lehr- und Sachbücher für den Lateinunterricht, geschrieben von sieben slowenischen Autoren (Ladislav Horvat, Sebastjan Žepič, Valentin Kermavner, Maks Pleteršnik, Matej Vodušek, Fran Wiesthaler und Miroslav Žakelj). Der Lateinunterricht in den niedrigen Gymnasialklassen wurde dadurch erleichtert. Die Autoren nahmen sich bei ihrer Arbeit die bereits durchgesetzten deutschen und österreichischen Lehrbücher zum Vorbild. Größtenteils handelte es sich dabei um selbständige Werke, die sich methodologisch die obenerwähnten fremden Lehrbücher zum Vorbild nahmen. Entschieden sich die Autoren für Bearbeitungen (zum Beispiel Sebastjan Žepič oder die Übersetzer des latein-deutschen Wörterbuches von Johann Alexander Rozka, der unter dem Namen Latein-slowenisches Wörterbuch für die dritte und vierte Gymnasialklasse herausgegeben wurde), wurden diese durch deutliche slowenische Einflüsse geprägt. Mehrere Schwierigkeiten gab es beim Griechischunterricht, obwohl es bereits vor 1900 etliche Versuche gab, ein Leh- bzw. Sachbuch für Griechisch herauszugeben. (Anton Klodič bot dem Schulverlag Slovenska Matica seine Griechische Grammatik an, sie wurde jedoch zurückgewiesen. Matej Vodušek begann mit dem Schreiben der Griechischen Grammatik, es blieb jedoch lediglich beim Manuskript. Auch das Griechisch-slowenische Wörterbuch, das von Valentin Kermavner vorbereitet wurde, die Griechische Grammatik und das Griechische Übungsbuch von Josip Šuman sind lediglich in Manuskriptform erhalten. Die Slowenen bekamen die ersten zwei slowenischen Lehrbücher für den Lateinunterricht erst im Jahre 1908, als die Griechische Grammatik und das Griechische Übungsbuch, verfasst von Dr. Josip Tominšek, erschienen.


UDK 371.124:061(497.4 Rogaška Slatina)
1.01 Izvirni znanstveni članek
Prejeto: 28. 05. 2004

Tatjana Hojan*


Zusammenfassung
Das Lehrerheim in Rogaška Slatina

Tatjana Hojan

Das Lehrerkurhaus in Rogaška Slatina ist eine der zahlreichen Anstalten, die von der slowenischen Lehrerorganisation gegründet wurden. 1920 genehmigte man die Regeln der Genossenschaft mit beschränkter Haftung, ihre Anteile lagen bei 1000 Kronen. Die Absicht der Genossenschaft war es, das Kurhaus in Rogaška Slatina zu gründen und instandzuhalten und am 7. April 1921 wurde die Villa Budapest mit neun Gästezimmern abgekauft. Die Genossenschaftsleiter waren steirische Lehrer, ihr Vorsteher war bis zu seinem Tode im Jahre 1944 der Lehrer Anton Gnus aus Dol pri Hrastniku. Die Genossenschaft war Mitglied des Bundes slowenischer Genossenschaften und des Wirtschaftsrats, der von der Lehrerorganisation gegründet wurde. 1921 betrug die Anzahl der Genossenschaftler 87, bis zum Jahre 1930 stieg sie auf 171. Nach einem leichten Rückgang wuchs die Anzahl der Genossenschaftler 1947 erneut auf 193.
Das Heim wurde mehrmals renoviert und verfügte 1939 über 12 Zimmer. Während des Zweiten Weltkriegs wurde im Heim eine Zeit lang unterrichtet. Der Nachfolger der Lehrerorganisation der Vorkriegsjahre war der Bund der pädagogischen Arbeiter Jugoslawiens, der die Aufgabe hatte, sämtliche Lehreranstalten der Vorkriegsjahre zu übernehmen. Die Genossenschaft Lehrerheim in Rogaška Slatina veränderte die Regeln auf der Hauptversammlung Anfang 1947.
Demzufolge käme im Falle einer Liquidierung das Gesamtvermögen an den Staaatsausschuss des Bundes pädagogischer Arbeiter. Die Liquidierung der Genossenschaft vollzog man auf der letzten Hauptversammlung der Genossenschaft am 5. Mai 1947. Auf Grund des Übergabevertrags vom 30. Oktober des gleichen Jahres wurde im Jahre 1948 auch die Überschreibung in das Grundbuch geregelt. Darin eingetragen war auch der Hauptausschuss des Bundes der pädagogischen Arbeiter in Belgrad, der im Jahre 1969 zur Gewerkschaft der Arbeiter gesellschaftlicher Tätigkeiten Jugoslawiens umbenannt wurde - Zentralausschuss Belgrad. Darauf begann man mit der Renovierung des Heimes in Rogaška Slatina und im Sommer 1947 konnten die ersten Gäste aufgenommen werden. Der Heimleiter war der Lehrer Miloš Verk, nach seinem Tode übernahm die Leitung Vlado Birsa. In den Jahren 1948 bis 1949 war die Wirkung des Heimes zufrieden stellend, später aber nahm das Interesse ab. Da die Erhaltungskosten stiegen, setzte man bereits 1952 Verhandlungen mit unterschiedlichen Anstalten an, die das Heim übernehmen sollten. 1954 war die letzte Saison des Heimes und 1955 schloss der Staatsausschuss des Lehrerbundes für Slowenien einen Vertrag mit der Gemeinde Rogaška Slatina, die im Heim Wohnungen einrichtete. Seit 1993 verläuft die Denationalisierung, angeregt von der Gewerkschaft der Erziehung, Bildung und Wissenschaft Sloweniens als Nachfolger des Bundes pädagogischer Arbeiter und der Slowenischen Lehrerorganisation der Vorkriegszeit.


UDK 376.685:94(497.4)
1.20 Predgovor spremna beseda
Prejeto: 7. 10. 2004


Branko Šuštar*

Zusammenfassung
Einleitung zum Gespräch über das Flüchtlingsschulwesen in der slowenischen Geschichte, Slowenisches Schulmuseum, 23.10.2003

Zum Abschluss der Ausstellung “Das Flüchtlingschulwesen im 20. Jahrhundert” veranstaltete man im Slowenischen Schulmuseum am 23. 10. 2003 eine Diskussion zum Thema Flüchtlingsschulwesen, auf der man die Lage in Slowenien vor dem Ersten Weltkrieg, während des Zweiten Weltkriegs und die Situation der Nachkriegsjahre erörterte. Die Beiträge der Mitarbeiter werden als Aufzeichnung der Diskussionen bzw. als Artikel zum vorgestellten Thema präsentiert. Über das slowenische Flüchtlingsschulwesen vor dem ersten Weltkrieg berichteten in ihren Beiträgen Dr. Petra Svoljšak (auch über die Schulung der Slowenen auf italienischem Gebiet) und Gvido Stres (slowenisches Flüchtlingsschulwesen auf österreichischem Gebiet). Die Erfahrung eines starken Wunsches nach neuen Kenntnissen regte Metka Rozman an, auf die Merkmale des Flüchtlingsschulwesens in Serbien während des Zweiten Weltkriegs aufmerksam zu machen. Der Akademiker Dr. Kajetan Gantar vervollständigte für den Zeitraum nach 1945 seine Erinnerungen an das Flüchtlingsgymnasium in Lienz und Pegezz (Österreich), Jaka Okorn erinnerte sich an seine Schulzeit in Judenburg (Österreich). Dr. Gorazd Bajc sprach über die Flüchtlinge, die nach dem Zweiten Weltkrieg als Lehrer an slowenischen Schulen tätig waren. Mit kürzeren Bemerkungen machten noch mehrere Teilnehmer mit.

UDK 376.685”1914/1918”
1.01 Izvirni znanstveni članek
Prejeto: 5. 2. 2004

Petra Svoljšak*


Zusammenfassung
Das slowenische Flüchtlingsschulwesen während des ersten Weltkriegs

Petra Svoljšak

Als am 24. Mai 1915 der Krieg zwischen Österreich-Ungarn und Italien ausbrach, entstand zwischen diesen beiden Ländern ein neues Schlachtfeld, das mit seinem südlichen Flügel das slowenische Nationalgebietgebiet entzwei schlug. Die Bevölkerung an der Soča begab sich auf den schweren Weg ins Exil, der sie in zwei Richtungen führte. Die italienische Armee, die das slowenische Gebiet am rechten Fuß der Front in den Brda, auf Kambreško und im mittleren und oberen Posočje okkupierte, evakuierte die slowenischen Ortschaften, die sich in unmittelbarer Nähe der Kampflinie befanden und schickte ungefähr 12 000 slowenische Flüchtlinge in italienische Städte, gelegen an der französischen Grenze bis hin zur Südspitze Italiens und auf die Inseln. Die slowenischen Priester und Lehrer wurden zusammen mit den Dorfgrößen interniert. Slowenische Flüchtlingskinder erhielten größtenteils keinen Unterricht. Eine Ausnahme bildeten diejenigen, die in den Hinterlandortschaften von Posočje blieben und die sogenannten Erziehungs- und Vergnügungsanstalten besuchten. Diese waren eine besondere Art der italienischen Schule, die die italienischen Behörden auf slowenischem Besatzungsgebiet organisierten. Den Unterricht in italienischer Sprache erteilten italienische Soldaten - Lehrer, auch die Lehrinhalte waren italienisch.
Die österreichische Behörde verordnete einige Tage vor Ausbruch der Kämpfe die Evakuation der Ortschaften an der zukünftigen Kampflinie und schickte ungefähr 80 000 Flüchtlinge nach Kranjsko und in Flüchtlingslager Stenklamm bei St.Pöltn, Gmünd an der Greze mit Tschechien, Wagna bei Lipnica, Bruck in Litvien und nach Kriegsende, bei ihrer Heimkehr, nach Strničše bei Ptuj. Das Heimkehren der slowenischen Flüchtlinge aus dem Exil dauerte bis zum Jahre 1922 zurück. Die slowenischen Flüchtlinge, die auf Vermitteln des Ljubljnaer Vermittlungsbüros für Flüchtlinge aus Gorica in Slowenien blieben, nahmen an berufsbildenden Kursen teil oder begannen mit dem regelmäßigen Schulbesuch. In den Flüchtlingslagern wirkten erziehungs-pädagogische Anstalten an allen Stufen: Kindergärten, Volksschulen, Fachkurse, Gewerbe- und Haushaltungskurse und eine landwirtschaftliche Haushaltungsschule.


UDK 376.685(436):371.67
1.01 Izvirni znanstveni članek
Prejeto: 7. 6. 2004

Rozina Švent*


Zusammenfassung
Slowenische Lehrbücher in den österreichischen Flüchtlingslagern
(1945-1948)

Rozina Švent

Obwohl das Zeitalter des slowenischen Flüchtlingsschulwesens in Österreich verhältnismäßig kurzdauernd (1945-1948) war, entstand in diesen Jahren eine interessante und bedeutende Sammlung der Lehrbücher, die im Großen und Ganzen den Gesamtbedarf an Lehrmitteln deckte. Die Autoren waren nahezu gezwungen, neue Lehrbücher zu erstellen, da die Flüchtlinge über eine äußerst geringe Anzahl der Lehrbücher verfügten. Die Gesamtanzahl aller schulpflichtiger Kinder betrug über 560, dazu kamen noch 150 Mittelschüler. Bei ihrer Arbeit stießen sowohl Lehrer als auch ihre Schüler auf zahlreiche Schwierigkeiten. Die Lehrer waren nämlich gezwungen, die meisten Schulbücher erneut und aus dem Gedächtnis zu schreiben. Die Schüler jedoch hatten nur eine begrenzte Anzahl der Lehrbücher zur Verfügung und benötigten ein großes Ausmaß an Findlichkeit und unterschiedliche Arten, sich ein Lehrbuch anzueignen (die Auflagen überschritten kaum 70 Exemplare!). Dieser Lehrbuchmangel wurde durch den Druck von Flüchtlingszeitschriften für Jugendliche ersetzt, wo man vor allem erziehungs-moralische Artikel aus dem Flüchtlingsalltag finden konnte. Gleichzeitig mit Schulen gründete man auch Bibliotheken, in denen Lehrbücher und Belletristik der slowenischen Autoren geliehen wurden. Die Lesekultur verbreitete man unter Kindern und Erwachsenen auf Leseabenden. Als Vorschläge für Lehrbücher dienten den Autoren etliche Herausgaben der Lehrbücher der Vorkriegsjahre und der Zeit während des Zweiten Weltkriegs. Der Zugang zu diesen war nur durch aufopferungsbereite Flüchtlinge, die sich auf den riskanten Weg in ihre Heimat machten und von da in vollen Rucksächen Schulbücher mitbrachten, ermöglicht.


UDK 373.15(450.361=163.6):325.2
1.01 Izvirni znanstveni članek
Prejeto: 10. 8. 2004

Gorazd Bajc*


 
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