BenutzerWarenorbE-mail sendenzu Belibten hinzufügen

SCHULCHRONIK 2005/1


Cena brez DDV: 1.845,23 SIT (7,70 EUR)
Stopnja DDV: 8,50%
Cena z DDV: 2.002,07 SIT (8,35 EUR)

Editorial Board: Marjetka Balkovec Debevec, dr. Teodor Domej (Avstrija / Austria), dr. Darko Friš, Ksenija Guzej, Tatjana Hojan (Proofreading), dr. Zdenko Medveš, mag. Stane Okoliš ( Tehnical Editor and Editor-in-Charge), Slavica Pavlič, dr. Mojca Peček Čuk, dr. Leopoldina Plut Pregelj (USA), Mateja Ribarič, mag. Branko Šuštar (Responsible person of the publisher), mag. Mladen Tancer, dr. Andrej Vovko.

 The articles have been reviewed by the Editorial Board. The authors are solely responsible for the content of their articles. No part of this publication may be reproduced without the publisher’s prior consent and a full mention of the source.

© Slovenski šolski muzej / Slovenian School Museum, Ljubljana

The editing of this issue was completed on 15 June 2005.

Translation: Veronika Pušnik (English),
Marinka Krenker (German)
Language-editing: Murray Bales (English)
UDC: Martin Grum

Editorial and administrative office: Slovenski šolski muzej, Plečnikov trg 1,
SI-1000 Ljubljana, Slovenija;
Phone, Fax: ++386 01 25 13 024
e-mail: solski.muzej@guest.arnes.si
www.ssolski-muzej.si
Bank account: 01100-6030720893

Co-financed by: Ministrstvo za šolstvo, znanost in šport R Slovenije /
The Ministry of Education, Science and Sport of the Republic
of Slovenia / Slovenian Research Agency
 Publisher: Slovenski šolski muzej / Slovenian School Museum
Cover design: Sloway
Design and computer typesetting: Uroš Čuden, Medit d.o.o.
Printed by: Littera picta d.o.o., Ljubljana, 2005
Number of copies: 800 izvodov

School Chronicle – Miscellany for the History of Schooling and Education is included in:
Institut de l' Information Scientifique et Technique du Centre national de la Recherche Scientifique, France
Co-operative Online Bibliographic System & Services (COBISS), Slovenia
ŠOLSKA KRONIKA
ZBORNIK ZA ZGODOVINO ŠOLSTVA IN VZGOJE
Glasilo Slovenskega šolskega muzeja, Ljubljana

Schulchronik
Sammelband für Schul - und Erziehungsgeschichte. Organ des Slowenischen Schulmuseums. Ljubljana. Slowenien.

INHALT

ARTIKEL UND BEITRÄGE

Hallersteins Schuljahre in Kranjsko (zur Dreihundertjahrfeier seiner Geburt)

Klassische Sprachen nach dem Ersten Weltkrieg und Bemühungen zur Erhaltung der humanistischen Bildung

Goldene und schwarze Bücher im slowenischen Schulmuseum

Von der Kreide und Tafel bis zum Computer und Internet

Wacht auf, ihr Feiertage!

Zur “Geschichte der pädagogischen Kultur in der Antike“

Die slowenische Tradition der Schulleitung – zum zehnjährigen Jubiläum der Schule für Schulleiter 1995-2005

 

 

ERINNERUNG AN DIE SCHULE

Erinnerungen an meine 35-jährige Tätigkeit als Lehrer und an das Geschehen im zweisprachigen Schulwesen im österreichischen Kärnten (II.Teil)

Erinnerungen an Drago Rostohar (1886-1950)

JUBILÄEN


Schuljubiläen im Jahre 2006

IN MEMORIAM
Der Lehrer Ciril Merčun (1909-2005)


AUS DER TÄTIGKEIT DES MUSEUMS

Jahresbericht zur Arbeit des Slowenischen Schulmuseums im Jahre 2004

Schulstrafen – Sache der Vergangenheit oder Angst der Gegenwart (Zum Rundtisch im Slowenischen Schulmuseum in Ljubljana, 10. November 2004)

Zur Ausstellung "Lehrer soll er werden" im Slowenischen Schulmuseum (19. November 2004 – 5. Mai 2005)

Zur Entstehung der Museumssammlung an der Grundschule in Mengeš

Der Weg zum Buch: Geschichten kann man nicht aus dem Ärmel schütteln

Ausstellungstätigkeit des Kroatischen Schulmuseums 2004

 

SPLITTER DER SCHULVERGANGENHEIT

Spiele

Der Kuckuck ruft so schön

Das Gebäude der ehemaligen Grund- und Bürgerschule in Krško in den Jahren von 1931 bis 1937

Der Lehrerkamerad anlässlich der Aufdeckung des Prešeren-Denkmals

Zwei Feierlichkeiten der Lehrer zum 25. Dienstjubiläum in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts

Zum vierzigjährigen Dienstjubiläum

BERICHTE UND REZENSIONEN

Didaktika (Mladen Tancer)
Franc Pediček: Iz vodnjaka spominov: moj življenjepis v zgodah polokroglih (Tatjana Hojan)
Milko Mikola: Religija, Cerkev in šola v dokumentih občinskih komitejev ZKS Zgodovinskega arhiva Celje (Branko Šuštar)
Milan Pahor: Slavljanska sloga. Slovenci in Hrvati v Trstu: od avstroogrske monarhije do italijanske republike (Branko Šuštar)
Josef Schwegel: Na cesarjev ukaz: spomini politika in diplomata (Branko Šuštar)
Gimnazija Črnomelj – 60 let. Zbornik Gimnazije Črnomelj 1994-2004 in 95 let poklicnega in strokovnega izobraževanja v Črnomlju 1909-2004 (Marjetka Balkovec Debevec)
Vida Matičič: Od enorazrednice do devetletke. Ob 190-letnici šolstva na Logaškem in ob 120-letnici šolske stavbe v Gornjem Logatcu (Mateja Ribarič)
Nada From Potočnik: Naš Slavko in Slavko From: Literarna zapuščina (Mateja Ribarič)
Histoire de l' Education 2002, 2003 (Andrej Vovko)
Jure Maček: Šolstvo v Mariboru med prvo in drugo svetovno vojno, isti: Splošnoizobraževalno šolstvo v Mariboru po drugi svetovni vojni (Mojca Horvat)
Franceska Žumer, Andreja Dvornik, Tatjana Rupnik: Osnovna šola Poljane. Jubilejni zbornik ob 50-letnici šole (Marjeta Demšar)

Anleitungen für Autoren

Stanislav Južnič

Zusammenfassung
Schuljubiläen im Jahre 2006

Slavica Pavlič
Die Reihe unserer Beiträge setzen wir mit kurzen Hinweisen auf Schuljubiläen fort und wollen damit die Schulen auf ihr Alter aufmerksam machen. Die Angaben befinden sich in den Mappen einzelner Schulen, die die Dokumentationssammlung des Slowenischen Schulmuseum bewahrt. Durch Überprüfung der Angaben, der primären und sekundären Quellen, tragen wir zur Erhaltung der Schulgeschichte und des Ortes bei. Unter den Angaben, die für die einzelnen Schulen angeführt werden, steht unter anderem: Der Beginn mit dem provisorischen und regelmäßigen Unterricht, der erste Lehrer und die Errichtung des Schulgebäudes. Alle Angaben sind für die Schuljubiläen im Jahre 2006.

Zusammenfassung
Hallersteins Schuljahre in Kranjsko (zur Dreihundertjahrfeier seiner Geburt)

Stanislav Južnič
Hallerstein verbrachte die ersten 35 Jahre seines Lebens in Europa. Die anfängliche Schulbildung in Mengeš und Ljubljana setzte er in Wien und Graz fort. Durch seine vorzüglichen, in Europa erworbenen Kenntnisse, war er in der Lage, die Leitung des astronimischen Büros in Peking zu übernehmen, wo er die zweite Hälfte seines Lebens verbrachte.
Hallersteins Mutter war aus der Familie Erberg, der Abstammung nach aus der Familie Kočevar. Die Erbergs, die mit den Ljubljanaer Jesuiten eng verbunden waren, unterstützten finanziell das Ljubljanaer Kollegium, erwarben sich dort ihre Schulbildung und traten dem Orden bei. Hallerstein und sein jüngerer Bruder nahmen sich ihre Verwandten zum Vorbild und zogen die Jesuitenkutte an. Ihr Onkel Anton Erberg war ein bedeutender Physiker und Rektor des Ljubljanaer Kollegiums. Antons älterer Bruder Inocenc Erberg war Kartograph und Missionär in Südamerika, genauso wie auch später Hallerstein in China.
Die Vorlesungen aus Physik, die Hallerstein in Ljubljana hörte, waren verhältnismäßig gut. Aus finanziellen Gründen aber verfügte Ljubljana derzeit über keinen ordentlichen Mathematikprofessor. Demzufolge waren die ersten mathematischen Schritte Hallersteins in großem Ausmaß das Resultat seines Selbststudiums in der reich versorgten Bibliothek der Verwandten in Ljubljana.
Mit 23 war Hallerstein auf mathematischem Gebiet dermaßen beschlagen, dass er als Korrepetitor in der Lage war, mit Studenten in Wien den mathematischen Stoff zu wiederholen. Seinen Entwicklungsgang lenkte der Wiener Rektor Janez Krstnik Tullner, ehemaliger Mathematikprofessor in Ljubljana. Thullners Einschätzung des großen Mathematiktalents seines Schützlings war vollkommen richtig, auch nach Hallersteins Aufbruch ins Ausland blieben sie in schriftlichem Kontakt. Thullner war ein angesehener jesuitischer Mathematiker, der sich besonders durch seine Kenntnisse in Geometrie hervortat. Natürlich konnte er nicht ahnen, dass ihn Hallerstein bald übertreffen wird. In China entwickelte er sich nämlich zu einem der bedeutendsten Wissenschaftler, den wir Kranjer je hatten.

 

Zusammenfassung
Klassische Sprachen nach dem Ersten Weltkrieg und Bemühungen zur Erhaltung der humanistischen Bildung

Matej Hriberšek
Die Art und Weise, auf die die neuentstandene Staatsmacht die Vorbereitungen auf die Schulreform vornahm, ähnelte den Vorgehen der österreichischen Staatsmacht 20 Jahre zuvor: Anfang des Jahres 1919 führte man eine sachkundige Umfrage bzw. Beratung durch. Eine bedeutende Rolle dabei spielte der Verein der slowenischen Professoren. Da seine Mitglieder, sowohl die Gymnasial- als auch die Realschullehrer, nicht die gleichen Ansichten vertraten, wirkte der Verein uneinheitlich. Die Teilnehmer der Umfrage setzten sich für die Erhaltung der drei Haupttypen der Mittelschulen ein: humanistisches Gymnasium, Realgymnasium und Realschule. Einer der Schwerpunkte war erneut die Frage der beiden klassischen Sprachen, vor allem, weil die Stundenanzahl, die diesen beiden Fächern zur Verfügung stand, erheblich war. Die Umfrage rief eine heftige Polemik in der Presse hervor.
Trotz der zunächst relativ guten Aussichten war eine allgemeine Abneigung der neuen Schulverwaltung gegenüber den klassischen Sprachen immer deutlicher zu spüren. Sie war weitgehend das Erbe der Donaumonarchie und erreichte ihren Höhepunkt in den Reformbestrebungen nach 1900. Unmittelbar nach Kriegsende wurde auf die beiden klassischen Sprachen ein großer Druck ausgeübt. Als Folge ihrer Stellungnahme zu dieser Problematik teilte nik 1827-1895«

sich die sachkundige Öffentlichkeit in drei Lager: Die lautesten unter ihnen waren die Radikalen, die sich um eine vollständige Ausrottung des Latein- und Griechischunterrichtes bemühten, womit die Unterschiede zwischen der Realschule und dem Gymnasium behoben wären. Damit käme es zur Verwirklichung eines weiteren Konzeptes, das als Erbe der österreichischen Pädagogik gilt: das Konzept der einheitlichen Mittelschule. Ihnen gegenüber standen die Philologen, die sich um die Erhaltung der beiden Fächer bemühten. Die dritte Gruppe war die mäßige Strömung; ihre Befürworter bemühten sich um eine Kompromisslösung: Erhaltung beider Sprachen aber in geringerem Umfang. Alle angekündigten und vorhergesehenen Veränderungen beruhten auf einem Plan, der die Vereinheitlichung der Mittelschulunterstufe zur Grundlage hatte; wobei Griechisch unter stärkstem Druck stand. Die Polemiken, in denen öfter betont wurde, dass die Gymnasiasten der Reformen bedürftiger seien als die Gymnasien selbst, machten auf etliche andere Fragen in Verbindung mit dem Schulwesen aufmerksam, vor allem auf die Frage des Fachschulwesens und die schlechte materielle und soziale Lage der Lehrer und Schüler. Obwohl sich die Reformisten nicht selten auf die österreichische Umfrage aus dem Jahre 1908 bezogen, warnten cee Pädagogen vor ihren Fehlern und Mangelhaftigkeiten. Auch die Befürworter der humanistischen Bildung gingen entschieden in den Kampf für ihr Bestehen: am 19. Juni 1920 gründete man als Reaktion auf den immer schärferen Widerstand gegen die humanistische Bildung den Verein der Freunde der humanistischen Gymnasien.

Jože Ciperle

Golden and Black Books at the Slovenian School Museum

Zusammenfassung
Goldene und schwarze Bücher im slowenischen Schulmuseum

Jože Ciperle
In der historischen Entwicklung der Strafe nahm vor allem die Körperstrafe lange Zeit eine dominierende Stellung ein, während Belohnungen und Belobungen seltener waren. Auch in der slowenischen pädagogischen Theorie gibt es wenige Auseinandersetzungen zum Thema Belobung und Tadel bzw. Belohnung und Strafe als Erziehungs- und Motivierungsmittel. Neue Bestrebungen und Ansichten setzten sich allmählich im Zeitalter der Aufklärung durch, als auch in Österreich Belobungen (Belohnungen) mehr in den Vordergrund traten, während vor allem die Körperstrafen allmählich unterlassen bzw. nur ausnahmsweise angewendet wurden. Unter den verschiedenen Belohnungs- und Tadelformen nimmt die Eintragung in das ehrenhafte (goldene) bzw. das unwürdige (schwarze) Buch eine besondere Stellung ein. Die umfangreichste Sammlung dieser Bücher, darunter 65 goldene und 5 schwarze, in denen die Namen der fleißigsten und nachlässigsten Schüler eingetragen sind, verwahrt das Slowenischen Schulmuseum.
Die goldenen und schwarzen Bücher wurden an besonderen Feierlichkeiten Ende des Schuljahres verliehen, wo nach Abschluss der Schulnoten aus goldenen und schwarzen Büchern die Namen der belohnten und getadelten Schüler in Anwesenheit der profanen und geistlichen Würdenträger, Eltern und Kinder vorgelesen wurden. Der feierlichen Angelegenheit angemessen war auch die äußere Gestaltung der goldenen und 2chwarzen Bücher. Sie bezeugen, dass wenigstens seit Ende des 18. Jahrhunderts Belohnung und Tadel auch in der slowenischen Pädagogik ein wichtiges Erziehungsmittel waren und dass sich die Kriterien, nach denen sie angewendet wurden, mit der Zeit veränderten.


 

Ana Skerlovnik Štrancar

Zusammenfassung
Von der Kreide und Tafel bis zum Computer und Internet

Die Feststellung, dass es gerade in den vergangenen fünfzig Jahren zu grundlegenden Veränderungen bei der Verwendung der Lehrmittel kam, ist richtig. Einen raschen Entwicklungsgang und tiefgreifende Veränderungen erlebten wir nach dem Zweiten Weltkrieg in allen Lebensbereichen, als ob die Menschheit alles nachholen wollte, was man während des Krieges zu verpassen schien. Anfang der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts war der Gebrauch der Lehrmittel relativ bescheiden. Es handelte sich dabei meistens um Bleistifte, Federhalter mit Federn und Tinte, einige Hefte, Lehrbücher gab es fast keine. Eifrige und kreative Unterrichtsteilnehmer ersetzten häufig das Fehlende. Die ersten didaktischen Apparate erschienen in den sechziger Jahren und bedeuteten eine wahre Bereicherung. In den achtziger Jahren wuchst der Lebensstandard und die Ausstattung an Schulen verbesserte sich. Neue Arbeitsmethoden trugen zur größeren Aktivität der Schüler bei und gestalteten abwechslungsreichen Unterricht. Die Verwendung der Computer in den neunziger Jahren verursachte eine wahrhaftige didaktisch-methodische Explosition. Das Leben eilt mit unglaublicher Geschwindigkeit weiter und was uns die Zukunft bringt, sollen unsere Nachkommen untersuchen.

Danica Lorber

Zusammenfassung
Wacht auf, ihr Feiertage!

Danica Lorber
Die Jahrhundertfeier des Grundschulgebäudes Majšperk im Jahre 2001 und die Zweihundert-jahrfeier des Schulwesens in Majšperk im Jahre 2003 sind sicherlich Jubiläen, auf die wir stolz sein können und ein Grund mehr, die Geschichte dieser für uns so bedeutender Jahrhunderte zu erforschen. Die Schulfeierlichkeiten, die stets ein Bestandteil des Schulunterrichts waren, waren mit geschichtlichen Ereignissen immer eng verbunden und veränderten sich, um sich dem jeweiligen politischen System anzupassen. Immer aber hatten sie das gleiche Ziel: den Schülern Respekt und Liebe zum Saat, in dem sie lebten und zu denen, die an der Regierung waren, näher zu bringen. Gleichzeitig aber wollte man die Schüler mit der Geschichte und Bedeutung der Feiertage vertraut machen. Nach Gründung des selbständigen Sloweniens kam auf diesem Gebiet plötzlich eine Leere auf. Die Beitragsüberschrift ruft daher zur Verwirklichung.


 

Zvonko Perat

Zusammenfassung
Zur “Geschichte der pädagogischen Kultur in der Antike“

Zvonko Perat
Das Manuskript der Geschichte Dr.Ozvalds hatte seine eigene Geschichte mit der Suche nach einem Verleger. Aufschluss darüber gibt die in der Niederschrift miteinbezogene Rezension von Dr. Aleš Ušeničnik, die der Autor der Geschichte kurz vor seinem Tode erhielt. Da er damals nicht in der Lage war, seine Arbeit zu verteidigen, hat der vorliegende Beitrag die Absicht, wenn überhaupt möglich, dies nachzuholen.
Ozvald unterscheidet in seiner Geschichte zwischen der griechischen und römischen Richtung der antiken Erziehung und Ausbildung. Innerhalb beider Richtungen unterscheidet er die ursprüngliche Epoche der Stammesgemeinschaft und die alte (archaische) Epoche des Patriarchat, die bei allen Völkern Ähnlichkeiten aufweist, und die Epoche der Standeszugehörigkeit, als sich das Volk in Stämme aufteilte und es demzufolge zu Veränderungen in der Erziehung und Ausbildung kam. So bekommen wir die Grundlage für die Aufteilung dieser Schrift: erster Teil – griechische Richtung, zweiter Teil – römische Richtung und der angefügte dritte Teil – christliche Richtung.
Ušeničnik zählte in seiner Rezension etliche Einwände und Bemerkungen zur Wissenschaftlichkeit des Werkes von Ozvald auf. Bereits die Überschrift Geschichte der pädagogischen Kultur im Zeitalter der Antike, oder wie der menschliche Geist von Anfang an wuchs und noch heute wächst, schien ihm nicht allzu wissenschaftlich. Er stellt fest, dass die Frage der Entwicklung des menschlichen Geistes heute von Ozvald im obenerwähnten Werk weder gestellt noch bearbeitet wird. Er setzt sich auch für die Ausgliederung des Teiles - christlich pädagogische Kultur – ein, da dieser, in einer anderen Verbindung wohl äußerst wichtig, keineswegs zum obenerwähnten Zusammenhang gehöre. Auch die Zitate benötigten seiner Meinung nach etlicher Korrekturen, da die Autoren häufig nicht angefügt werden, oft sind die Zitate nicht den Originaltexten entnommen.
Wir versuchen, auf diese Bemerkungen einzugehen. Will man zeigen, “wie der menschliche Geist wuchs“, muss man seinen Wachstum durch all seine Epochen verfolgen und ihn mit Worten großer Männer jeder Epoche begründen. Dabei ist nicht immer das Original am wichtigsten, häufig nämlich ist der Weg, den die antiken Gedanken bis in unsere Tage hin gingen und auf dem sie schrittweise veredelt wurden, viel wichtiger. Daran dachte wohl auch der Autor mit seinem Untertitel “Wie der menschliche Geist von Anfang an wuchs und noch heute wächst“.
Weggelassen werden sollten diejenigen Abschnitte, die keine wissenschaftliche Konstatation über die griechische und römische Erziehung sind, aber gleichzeitig, wenn auch nur indirekt, eine Kritik der heutigen Verhältnisse in vielen Ländern bieten. Ein Beispiel dafür ist das Kapitel: “Der Geist der persönlichen Freiheit und des gegenseitigen Vertrauens, oder das Militärprinzip der Macht und des Tötens auf Befehl“. Ein weiteres Beispiel dafür ist das Kapitel “Die Staatsbürger der Antike und Gegenwart“, das in der Behauptung ausklingt: La democratie c‘est l‘envie – die Demokratie ist ein gegenseitiger Neid. Die Erörterung soll ein eindeutiges, wissenschaftlich festgestelltes Bild der griechischen und römischen Erziehung und Ausbildung wiedergeben, wobei der Autor an dieser Stelle die Pose des Pädagogen wohl aufgab.
Hätte der Autor die erwähnten Absätze ausgelassen, würde man das Werk heute nicht nachdrucken. Ferner wäre auch die Überschrift über die pädagogische Kultur fraglich, hätte der Autor die Pose des Pädagogen, die als einzige dem Lernen einen Sinn verleiht, aufgegeben. Wir lernen nämlich für die Zukunft und nicht für die Vergangenheit.
Der vorliegende Beitrag versucht ferner mit Worten des Autors das Bedürfnis nach einem derartigen Werk zu rechtfertigen, das das Licht der Antike bis in unsere Tage wirft und uns hilft, das Leben, das wir heute leben, zu verstehen.

Andrej Koren

 

Zusammenfassung
Die slowenische Tradition der Schulleitung – zum zehnjährigen Jubiläum der Schule für Schulleiter 1995-2005

Andrej Koren
Der vorliegende Beitrag präsentiert die Ausbildung der Schulleiter in Slowenien von 1995, als die Schule für Schulleiter als selbständige Anstalt gegründet wurde, bis zum Jahre 2005. Die Schule für Schulleiter hat 17 Beschäftigte, 14 der Vortragenden haben einen Doktortitel, 6 ein Magisterium, 1eine Spezialisierung, ihr Spezialfach ist Leitung in der Ausbildung.
Der Entwurf zur Ausbildung der Schulleiter in der Schule für Schulleiter beruht auf drei Wissensquellen: Dem persönlichen Wissen, dem Allgemeinwissen (veröffentlichte Theorie und Forschungen) und dem Wissen, dass in verschiedenen Gemeinschaften der Schulleiter entsteht. Der Artikel präsentiert die Tätigkeit der Schule für Schulleiter, die sich mit der Leitung der Schulen und Kindergärten als einem ganzheitlichen Verfahren beschäftigt. Er vertritt dabei eine Vielfalt sachkundiger Lösungen und Theorien des Managements in der Ausbildung. Ferner verbindet er Forschung mit Schulpraxis, führt die Tätigkeit über die nationalen Grenzen weltweit aus und schafft eine Brücke zwischen slowenischen Institutionen und zahlreichen Experten.
Die grundlegende Tätigkeit ist die Entwicklung des lebenslangen Lernens der Schulleiter. Dies beruht auf drei verschiedenen Phasen des Schulleitens: die Vorbereitungsphase mit dem Programm der Schulleiterprüfung, die für die Schulleiter obligatorisch ist und wonach bislang 1747 Schulleiter und andere Facharbeiter ausgebildet wurden. Darauf folgt die zweite Phase: die Ausbildung der Schulleiter in den ersten Jahren nach der Ernennung. Die dritte Phase ist die Ausbildung der Schulleiter in den späteren Jahren. In diesen Programmen wirken jährlich mehr als 5000 Teilnehmer mit. Die meisten Schulleiter nehmen an Fachberatungen teil, die für Teilnehmer auf allen Ebenen der Erziehung und Bildung organisiert werden und sich sowohl mit aktuellen Themen als auch den Themen der Entwicklung befassen.
Die Schule für Schulleiter realisiert das "Netz der lernenden Schulen und Kindergärten". Dadurch verwirklicht sie das Prinzip der Einführung ständiger Verbesserungen und bietet den Schulleitern Unterstützung bei der Einführung der Veränderungen und der Entwicklung der lernenden Organisationen. Eine wichtige Tätigkeit sind die Projekte und Forschungen, die die Grundlage für die Ausbildung der Schulleiter auf Grund der slowenischen Besonderheit und Tradition der Erziehung und Bildung bedeuten. Die Schule für Schulleiter wirkt mit mehr als 20 ähnlichen Institutionen im Ausland und ist die Trägerin mehrerer internationaler Projekte. Im Januar 2007 organisiert sie die internationale Konferenz ICSEI (International conference for school effectiveness and improvement), an der regelmäßig mehr als 50 Länder aus aller Welt teilnehmen. In Verbindung mit der Fakultät für Management in Koper, der Universität in Primorsko und Manchaster Metropolitan University aus England, organisiert man das Postdiplomstudium Management in der Bildung.
Die Schule für Schulleiter veröffentlicht die Fachzeitschrift "Leitung in der Erziehung und Bildung" und andere Fachliteratur des Gebietes Leitung in der Bildung. Innerhalb der verzweigten internationalen Tätigkeit sind für die kommenden Jahre Anregungen vorhergesehen, durch die die Schulleiter ihre eigenen Erfahrungen erforschen sollten.

Slavica Pavlič

 
Anmeldung an aktuelles
Suche
Slowenische Schulmuseum
Plečnikov trg 1, 1000, Slowenie,
E-mail: solski.muzej@guest.arnes.si,
Telefon: +386 01/251-30-24 (Verwaltung),
+386 01/251-31-27 (Kustos),
+386 01/251-31-63 (Bibliothek)
Production: Spletne rešitve Sloway